Auch der Wohnsitz der Götter muss einmal gesäubert werden. Denn selbst das bekannteste Wahrzeichen Athens ist nicht vor Graffiti und anderen Schmierereien gefeit. Doch wie reinigt man ein derart geschichtsträchtiges Heiligtum wie die Akropolis, ohne es zu beschädigen?

Ein Beitrag von Sandra Leinfelder

Für die meisten ist die Athener Akropolis eines der berühmtesten Bauwerke der Welt, obwohl es sich bei dem Namen streng genommen nicht um ein Bauwerk, sondern um den gesamten Hügel mit all seinen Gebäuden handelt. Im ursprünglichen Sinne bezeichnet ‚Akropolis‘ sogar alle Stadtfestungen des antiken Griechenlands. Allen gemein ist, dass die meisten Gebäude aus dem 5. Jahrhundert vor Christus stammen – doch nicht nur ihr natürliches Alter hat ihnen schwer zugesetzt, sondern auch der Drang des Menschen, überall Markierungen in Form von Sprayfarbe oder Kaugummi zu hinterlassen – UNESCO-Weltkulturerbe hin oder her.

Doch wie bekommt man die Akropolis wieder sauber? Das Problem: „Wenn man zu scharf an einen Naturstein geht, kann man auch etwas kaputt machen“, sagt Evangelos Iordanidis, Geschäftsführer von Finalit StoneCare Deutschland. Es muss also ein Fachmann her, der sich mit dem zu behandelnden Stein aber auch mit den passenden Reinigungsmitteln auskennt. Das österreichische Unternehmen hat sich genau das zur Aufgabe gemacht: Finalit möchte historische Stätten und besondere Bauwerke durch sachgemäße Pflege erhalten. Normale Unternehmen und Privatpersonen zählen ebenfalls zu den Kunden. „Das schönste an antiken Gebäuden ist, dass man da nicht einfach irgendwie daran arbeiten kann. Man muss vorher genau wissen, was man einsetzt und wie man es verwendet“, sagt Iordanidis, der die Kuppel des Vatikans, die Dresdener Frauenkirche und die Elbphilharmonie zu seinen bekanntesten Aufträgen zählt.

So befreit man ein Weltkulturerbe von Graffiti

Und so kam es 2018 tatsächlich dazu, dass sich Evangelos Iordanidis auf nach Athen machte. Im Gepäck: Reinigungsmittel und -geräte sowie die klare Mission, ein Weltkulturerbe von Graffiti zu befreien. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Reinigungsaktion am Einsatzort, während die Putzkolonne an vier Tagen Graffiti an Bänken, Mauern, Säulen und Gebäuden in mehreren Arbeitsschritten entfernten:

  • Mithilfe eines speziellen Feinstrahlgerätes, das im Niederdruckbereich mit Calcitpulver oder Marmorstaub reinigt, wurde der Dreck aus dem Stein quasi herausgeblasen.
  • Dann kam ein saurer Spezialreiniger zum Einsatz, der großflächig aufgetragen besonders auf porösem Material wirkt und Lackfarben, Tinte, Kaugummi und Filzstifte chemisch entfernt. Nach 30-minütiger Einwirkzeit lösten sich die Verunreinigungen, ohne die Natursteinoberfläche zu beschädigen.
  • Auf die Säurebehandlung folgte ein stark basischer Reiniger, um die behandelten Flächen über Nacht zu neutralisierten. Dieser wurde danach mit klarem Wasser abgespült.
  • Ein spezieller basischer Fleckenkiller sollte am Ende punktuell die letzten Farbreste oder Schatten von Schmutz vernichten – ein basischer Reiniger, der Farbpigmente jeglicher Art entfernt, indem er sie ausbleicht. Das Besondere am Fleckenkiller: Er muss nach der Verwendung nicht neutralisiert werden.
  • Am Ende erhielt der Stein noch eine spezielle Imprägnierung, um den Stein auch in Zukunft vor Verunreinigungen zu schützen.
Je nach Art und Farbe des Graffitis kann es bis zu einen Tag dauern, bis derartige Natursteine sauber sind. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: Die Akropolis erstrahlt wieder in neuem altem Glanz und Finalit kann ein weiteres Prestigeprojekt auf seine Liste setzen. Mehr Informationen dazu und weitere Erfolgsprojekte interessanter Franchise-Systeme gibt es in der neuen Sendung „Franchise Me“, immer donnerstags 20:15 Uhr auf Welt der Wunder TV.